Tipps für Bienenfreunde

Grabwespe auf dem Blütenstand einer Schafgarbe, Foto: A. Hansen
Grabwespe auf dem Blütenstand einer Schafgarbe, Foto: A. Hansen
Hummeln an Pflanzen der
Hummeln an Pflanzen der "Ochsenzunge", Foto: A. Hansen
Schenkelbiene, Foto: V. Brandt
Schenkelbiene, Foto: V. Brandt
Sandbiene auf Nistplatzsuche, Foto: V. Brandt
Sandbiene auf Nistplatzsuche, Foto: V. Brandt
Nestbau einer Sandbiene, Foto: V. Brandt
Nestbau einer Sandbiene, Foto: V. Brandt
Nestbauten von Lehmbienen, Foto: V.Brandt
Nestbauten von Lehmbienen, Foto: V.Brandt
Hosenbiene, Foto: V.Brandt
Hosenbiene, Foto: V.Brandt
Wildbiene bei der Arbeit, Foto: V.Brandt
Wildbiene bei der Arbeit, Foto: V.Brandt

Wenn man als Hobbygärtner ein vielfältiges und buntes Blütenangebot schafft, kann man bis zu 100 verschiedene Wildbienenarten im eigenen Garten beobachten. Von den Wildbienen ernähren sich viele andere Insekten, wodurch auch mehr Vögel den Garten besuchen.

Drei wichtige Voraussetzungen muss ein Lebensraum für Bienen erfüllen: geeignete Nistplätze wie Offenlandbereiche, Trockenrasen und Totholz; Baumaterial wie Sand, Lehm, Totholz, hohle Stengel und ein entsprechendes Nahrungsangebot aus Nektar und Pollen verschiedenster Blühpflanzen.

Nahrungsangebot

Um den Wildbienen zu helfen kann man gezielt sogenannte Bienenweidepflanzen anbauen, damit das ganze Jahr über lückenlos Blumen, Sträucher und Bäume mit reichlich Pollen und Nektar zur Verfügung stehen. Das nennt man Trachtfliessband. Um das zu schaffen gibt es sogenannte Trachtkalender, an welchen man sich orientieren kann. Sie beinhalten die Blütezeit und Nahrungsqualtität verschiedenster Pflanzen.

Hier gehts zum Trachtenkalender

Geeignete Pflanzen sind zum Beispiel: Weide, Schlehe, Beeren, Süßkirsche, Ringelblume, Natternkopf, Dill, Fenchel, Schafgarbe, wilde Malve, Sonnenblume, Buchweizen, Öllein, Pfefferminze, Thymian, Lavendel, Melisse, Salbei

Frühblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge sind oft die erste Nahrung im Jahr für Bienen und Wildbienen

Ungeeignete .Pflanzen: Begonie, Fuchsie, Geranie, Forsythien, Stiefmütterchen, Ballenhortensie, Magnolien, gefüllter Schneeball, Lebensbaumarten

Verwenden Sie einheimisches Saatgut für Bienenweide und Pflanzen mit ungefüllten Blüten aus dem Fachhandel, oder lassen Sie ein Stück ihres Grundstückes einfach ungemäht. Erfahren Sie welche Pflanzenvielfalt eigentlich auf ihrer Fläche schlummert. Feiner gepflegter Rasen ist für die Wildbienen und andere Insekten, die auf Pollen und Nektar angewiesen sind eine „grüne Wüste“. Den Garten bienenfreundlich zu gestalten heißt nicht nur eine bunte Blütenpracht, sondern auch weniger Rasen mähen und auf Gift gegen Unkräuter zu verzichten.

Nisthilfen und Baumaterial

Viele Nisthilfen die selber gebaut oder im Baumarkt erworben werden sind mehr schlecht als recht. Meist passiert es schlicht aus Unwissenheit, obwohl es gut gemeint ist. Außerdem sollte man beachten, dass 75% der Wildbienenarten ihre Brutzellen im Boden anlegen. Folgende Regeln sind beim Bau von Nisthilfen unbedingt zu beachten:

  1. trockenes Hartholz, Bohrungen quer zur Faser
  2. Nisthilfe mindestens 10cm tief
  3. Bohrdurchmesser variieren (3-8mm)
  4. Nisteingänge sauber und glatt, ansonsten Verletzungsgefahr für die feinen Hautflügel
  5. Enden müssen verschlossen sein
  6. Ein Dach als Schutz vor Regen und Nässe
  7. sonniger und trockener Standort mit Ausrichtung Südost bis Südwest
  8. wackelfrei aufgestellt
  9. Vielfalt in Materialien möglich und wünschenswert (Ton, Lehm, Schilf, Bambus, Totholz, Hartholz etc.)
  10. markhaltige Stengel vertikal anbringen
  11. Nisthilfen immer nur für eine Insektengruppe auslegen; unterschiedliche Nisthilfen getrennt aufstellen