Erika Schlage – Imkerin mit Leidenschaft

Imkern Sie erwerbsmäßig?
Nein. Ich bin Freizeitimkerin im Ruhestand, mit 5 Völkern.

Wie sind Sie auf die Biene gekommen?
Als unsere Kirschbäume blühten, stellten wir im Frühjahr dort keine Bienen fest. Daraufhin ging ich zu unserem Nachbarsimker und befragte ihn dazu. Er sagte, seine Bienenwagen stehen bereits in der Naturlandschaft und hier vor Ort hat er keine Völker. Daher fragte er gleich, ob wir nicht Interesse an der Bienenhaltung haben, unser Grundstück wäre ja dafür geeignet. So kam es, dass mein Mann und ich uns 2004 zu einem Lehrgang des LIMV angemeldet haben und beide Seminare absolvierten. Von unserem Imkernachbar erhielten wir zwei Jungvölker und so begann der Aufbau meiner Bienenhaltung, bei der mich auch mein Mann unterstützt.

Was fasziniert Sie besonders an den Bienen bzw. der Imkerei?
Die besondere Faszination liegt für mich in der Harmonie des Zusammenlebens des Honigbienenvolkes von Königin, Drohnen und Arbeitsbienen mit ihren vielfältigen Aufgaben, die nach dem Schlüpfen im Bienenstock übernommen werden. Der Fleiß, dieser reibungslose Ablauf (wenn die Harmonie stimmt) vom Frühjahr bis zur Winterruhe ist absolut beeindruckend. Gerne würde ich immer wissen, worüber sie gerade kommunizieren, wenn sie sich am Flugloch unterhalten, die Köpfe zusammenstecken u.v.a.m.

Sind Sie in einem Imkerverein aktiv?
Ja, im Imkerverein Sternberg und Umgebung aber nur als Mitglied ohne Funktionen. Der Austausch ist mir wichtig, wobei sich der Kontakt mit den zumeist älteren Imkern eher als schwierig erweist. Mein Traum wäre ein Frauenimkerverein, ob sich dies noch realisieren lässt, ist noch offen. Derzeit finde ich vor Ort zu wenig Frauen, die sich für die Bienenhaltung interessieren (den Honig aber lieben). Erfreulich ist jedoch, dass sich derzeit viele junge Frauen für die Bienenhaltung entschieden haben.

Welche Beuten verwenden Sie?
Meine Bienenwohnungen sind Holz-Magazine der Fa. Jasniak, die m. E. sehr funktional ausgestattet sind. DNM (Deutsch Normal Maß) verwende ich deswegen, da zu Beginn meiner Bienenhaltung mir diese Größe optimal erschien und der Wabenaustausch mit anderen Imkern einfacher funktioniert.

Wie stehen Sie zur Schwärmerei?
Obwohl ich am Rande der Ortschaft angesiedelt bin, halte ich die Schwärmerei der Bienen für unsere Nachbarn für wenig verträglich. Außerdem: die angebliche Varroaverminderung durch das Schwärmen hat mich aus eigener Erfahrung nicht überzeugt. Ein von mir eingeholter Schwarm hatte eine dreifach höhere Varroabelastung als meine eigenen Bienenvölker angezeigt.

Wie können wir Ihrer Meinung nach das Überleben der Biene sichern?
Solange es verantwortungsvolle ImkerInnen gibt, wird es auch die Honigbiene geben, davon bin ich fest überzeugt. Ich finde es sehr wichtig, dass sich alle BienenhalterInnen an die Richtlinien zur Vermeidung von Bienenkrankheiten einschließlich der Hygienemaßnahmen halten. Ein wichtiger Punkt ist auch der Chemieeinsatz in der konventionellen Landwirtschaft. Inzwischen sind EU-weit die sog. Neonicotinoide verboten. Hier sehe ich mehr denn je auch die Politik gefragt, sich für die Imkerei einzusetzen und die Honigbiene und andere Insekten besser vor giftigen Chemikalien zu schützen.

Was gefällt Ihnen an der „Bienenstrasse“?
Erst einmal ein großes Lob und Dank an die Projektleiterin Anja Hansen für ihre hohe Einsatzbereitschaft in der Umsetzung des Projektes Bienenstrasse. Ich fühle mich gut eingebunden. Die Bienen stehen im Vordergrund und damit macht das Projekt aufmerksam auf das dramatische Bienenvölkersterben auch hier in der Region Sternberg. Die Bevölkerung erkennt mehr denn je die Bedeutung der Honigbiene.
Die Zusammenführung und Veranstaltungen mit allen Akteuren, wie z.B. ImkerInnen, Gastronomen und alle anderen Touristiker, die umfangreichen Infomaterialien, Radweg-Beschilderung, Plaketten für Akteure u.v.a.m sind ein großer Erfolg.

Welches ist Ihr Lieblingshonig?
Eindeutig Robinienhonig. Dieser Honig besitzt ein ganz besonders feines Aroma; gemischt mit etwas Obstblütenhonig (damit die cremige Konsistenz entsteht) ein purer Genuss!

Buchtipp: „Die Intelligenz der Bienen“ von Randolf Menzel
Pflanzentipp: Gurke, Rucula und andere Gemüsepflanzen als Pollenspender, Fette Henne als Bienenmagnet und Sträucher deren Beerenfrüchte Vögeln als Winternahrung dienen.

Reinhard Neumann

Geburtsjahr 11.05.1946

Imkern Sie erwerbsmässig?
Nein, nicht mehr

Wie viele Jahre imkern Sie bereits?
Über 55 Jahre

Wie sind Sie auf die Biene gekommen?
Als Kind, Vater Imkermeister

Was fasziniert Sie besonders an den Bienen bzw der Imkerei?
Besonders das Leben und die Biologie der Bienen

Sind Sie in einem Imkerverein aktiv?
Aktives Mitglied im Imkerverein Lübz

Welche Beuten verwenden Sie?
Langstroth–Beute, Dadant Rähmchen

Wie stehen Sie zur Schwärmerei?
Sehr krtisch, da unkontrollierte Vermehrung, Seuchengefahr

Wie können wir Ihrer Meinung nach das Überleben der Biene sichern?
Jeder Imker muß Mitglied eines Imkervereins sein(Wissensvermittlung), weniger Insektizide, mehr Zwischenfrüchte in LW, mehr Bienenweide in Stadt und Land

Was gefällt Ihnen an der „Bienenstrasse"? Welche Herausforderungen sehen Sie? Haben Sie Wünsche?
Gute Koordinierung aller Akteure und Anbieter, Wissensvermittlung gut für Schulen und Tourismus

Welches ist ihr Lieblingshonig?
Linde und Heide

Buchtipp: „Einfach imkern“ (G.Liebig) für Anfänger, Buckfast-Biene in Dadant (W.Gerdes)
Pflanzentipp: Phacelia und verschiedene Kleesorten